Coca und Cola
by Isabelle Quinter
Coca Cola: Werbung aus den 90er Jahren des 19. Jahrhundert  
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Inhalt:
Coca Cola 1886  
Die Cocapflanze Verbreitung
  Inhaltsstoffe Verwendung
  Tee 'Mate de Coca'
  Rauschmittel
  heilige Pflanze, Wundermittel?
Die Colanuss Verbreitung
  Wirk- und Inhaltsstoffe
  Anwendungsgebiet
Links  

  Coca Cola 1886, Atlanta, Georgia (USA)

 

Der experimentierfreudige Arzt und Apotheker, John Pemberton erfindet am 8. Mai das beliebteste Erfrischungsgetränk aller Zeiten, Coca-Cola.

Er suchte ein magisches Stärkungsmittel, das zugleich erfrischend und belebend sein sollte. So machte er sich jeden Tag im Hafen von Savannah, Georgia auf die Suche nach den perfekten Zutaten und inpizierte die exotischen Gewürze, die in den Docks entladen wurden. Davon inspiriert, fand er hier allerlei exotische Pflanzenextrakte, Kräuter und Essenzen natürlicher Herkunft aus fernen Ländern und Kontinenten.

John Stith Pemberton
  Plakat

Und dann, eines Tages im Mai 1886, gelang ihm in seinem Labor die erste Mischung dessen, was später einmal das erfrischendste und berühmteste Getränk der Welt werden sollte. Coca-Cola.

Die Rezeptur des alkoholfreien Getränks enthielt viele exotische Zutaten, darunter die der Cocapflanze und der Cola-Nuss, was Frank M. Robinsonden, dem Buchhalter von Pemberton dazu bewegte, dem sprudelnden Erfrischungsgetränk den Namen Coca-Cola zu geben.

  Über all die Jahre wurde die Original-Rezeptur nicht verraten und nicht verändert. Die Zusammensetzung der erfrischenden und aufmunternden Original Coca-Cola blieb gleich (?); jedenfalls enthält das Getränk heute kein Cocain mehr! Natürlich stehen die Zutaten auf jeder Coca-Cola Flasche. Aber was man dort nicht finden wird, ist die geheime Rezeptur. Die genaue Mischung exotischer Gewürz- und Pflanzenextrakte aus aller Welt bleibt bis zum heutigen Tag die berühmteste geheime Formel der Welt.

  Cocapflanze

  Der Cocastrauch (Erythroxylum coca) ist eine Pflanzenart, die zur Familie der Rotholzgewächse (Erythroxylaceae) gehört. Es ist ein immergrüner, bis 5 m hoher Strauch, der im Anbau als Nutzpflanze niedrig gehalten wird. Er hat eine rötliche Rinde. Die Blätter sind wechselständig, elliptisch bis spatelförmig und 5 bis 15 cm lang. Aus den Blattachsen wachsen 1 bis 5 unscheinbare, kleine gelbliche Blüten. Aus den oberständigen Fruchtknoten entwickeln sich einsamige rote Steinfrüchte
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Verbreitung des Cocastrauchs

Die Heimat des Cocastrauches liegt an den Osthängen der Anden von Peru, Bolivien bis Kolumbien. Hier wächst der Cocastrauch in Höhen zwischen 300 und 2000 m NN.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Cocastrauch auch in Indien, Ceylon und Java eingeführt und wurde bis heute in viele andere Weltgegenden, in denen ein Anbau möglich ist, verbreitet.

Er wird zur Blättergewinnung in Peru, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Teilen von Afrika, Indonesien, Indien und Sri Lanka in Höhen von 500 bis 1200 m NN angebaut. Die Ausfuhr seiner Samen aus diesen Ländern ist durchweg verboten, so dass diese nur schwer zu erhalten sind.
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Cocastrauch

Inhaltsstoffe der Cocablätter

Getrocknete (bei max. 40 °C) Cocablätter enthalten ca. 0,5 bis 1,3 Prozent Alkaloide, davon bestehen bis zu drei Viertel aus Kokain. Ausserdem enthalten sie relativ grosse Mengen an Kohlenhydraten, Kalzium sowie Vitamin A und Vitamin B2.
Für die ansässigen Indios war die Pflanze bis zur Ankunft der spanischen Conquistadores die einzige reichhaltige Kalzium-Quelle. Seither verzehren sie auch Milchprodukte.

Verwendung

Der Anbau von Erythroxylum coca und die Verwendung der Blätter sind in Peru, Argentinien und Bolivien legal, die Herstellung von Kokain daraus ist dagegen verboten und wird streng bestraft. Auch die Ausfuhr der Blätter ist verboten. Ausnahmen bilden Exporte für Coca Cola sowie für Pharmazeutische Firmen.

Cocafelder in Bolivien
  Die Blätter werden von den Bewohnern der Anden seit Jahrhunderten für kultische und medizinische Zwecke benutzt. Sie helfen Hunger, Müdigkeit und Kälte zu verdrängen und sind sehr wirksam gegen die Höhenkrankheit. Das Kauen von Cocablättern hat eine lange Tradition. Unter anderem hatten die Cocablätter spirituelle Bedeutung. Auch heute noch werden sie oft bei kultischen Handlungen eingesetzt. Cocablätter werden oft gegen die Symptome der Höhenkrankheit gekaut, da sie die Sauerstoffaufnahme verbessern. Die gekauten Blätter bilden, zusammen mit Kalk und anderen Hilfssubstanzen, einer sogenannten "bola".
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Der Tee "Mate de Coca"

 

Der Tee "Mate de Coca" ist in Peru und anderen Andenregionen National-Getränk.

In Peru gibt es ihn, fertig in Teebeutel abgepakt, wie Pfefferminztee in jeden Supermarkt. Seine Wirkung ist der von starkem Schwarztee oder Kaffee vergleichbar, ausserdem hilft er gegen Magenbeschwerden.

Sein Geschmack ist eher grasig ("grün"), aber nicht unangenehm. Körperliche bzw. psychische Beschwerden oder Abhängigkeiten - die über die von Kaffee oder Tee hinausgehen - werden im allgemeinen nicht beobachtet.

Die Verarbeitung der Cocablätter zu Tees wird in Peru sogar staatlich gefördert.

Cocablätter tee in einem peruanischen Supermarkt
 

Die USA drängen darauf, den Anbau zu verbieten und die Plantagen mit Herbiziden zu vernichten, was angesichts der kulturellen Bedeutung eine sicher nicht durchführbare Forderung ist.
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Rauschmittel

1860 gelang es, Kokain aus den Pflanzen zu isolieren und dieses als schmerzbetäubendes Medikament zu gebrauchen.

 

Kokain (auch Cocain) ist ein starkes Stimulans und heute eine weltweit verbreitete Rauschdroge mit äusserst hohem Abhängigkeitspotenzial. Chemisch-strukturell gehört es zu den Tropan-Alkaloiden und ist ein Derivat von Ecgonin.

 

Cocain untersteht dem Betäubungsmittelgesetz, welches Herstellung, Handel, Verarbeitung und Konsum verbietet.

Kokain heilige Pflanze, medizinisches Wundermittel?

Ursprünglich war die berauschende Wirkung der Droge den indianischen Priestern für Kulthandlungen vorbehalten.

Die Blätter des Cocastrauchs, die 'heilige Pflanze' der Inka, werden heute noch von den Andenindios gekaut, um Hungergefühle zu unterdrücken und die Ausdauer und Antriebsstärke zu steigern.

Doch Kokain hat nicht nur Schattenseiten. So ist seine hervorragende anästhesierende Wirkung aus der Medizin nicht mehr einfach wegzudiskutieren.
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1884: Seitdem die "Novara"-Expedition 1859 erstmals Kokablätter nach Wien gebracht hatte, beschäftigten sich zahlreiche Wissenschafter mit den geheimnisvollen Wirkungen des aus dieser Pflanze gewonnenen Kokains. Auch Sigmund Freud experimentierte mit dieser Substanz, von der unter anderem bekannt war, dass sie bei der Einnahme zu einem tauben Gefühl auf der Mundschleimhaut führt. Freud war es auch, der den befreundeten Augenarzt Carl Koller auf Kokain aufmerksam machte. Koller war nun der erste, der die Bedeutung des Kokains als lokales Betäubungsmittel bei Augenoperationen erkannte und somit als der Begründer der Lokalanästhesie gilt.

"Coca-Koller" (wie ihn Freud nennt) berichtete in einer Notiz von den Tierexperimenten, im Rahmen derer er seine Entdeckung an einem Froschauge erstmals ausprobiert hatte.

Heute werden in der Medizin nur noch Derivate (chemische Abwandlungen) von Cocain verwendet!

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  Colanuss

  Kolanüsse

Verbreitung des Colabaums

Die Colanuss ist der Samen des in den Tropen beheimateten Colabaumes (Cola acuminata). Colabäume wuchsen ursprünglich in den tropischen Wäldern im Westen Afrikas, werden allerdings heutzutage in den ganzen Tropen kultiviert. Die bedeutensten Anbauländer sind dabei Nigeria, Brasilien sowie die Westindischen Inseln.

Die Colabäume sind eine Gattung in der zu den Malvengewächsen gehörenden Unterfamilie der Stinkbaumgewächse. Der Baum wird circa 10 bis 20 Meter hoch. Der Baum trägt ganzjährig sowohl weiss-gelblich blühende Blüten wie auch Früchte (Schliessfrüchte, Balgfrüchte) in denen sich insgesamt bis zu 10 Colanüsse (=Samen) befinden. Die Früchte sind länglich-oval, haben eine wellige Oberfläche und werden bis zu 12 cm lang.
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Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Hauptwirkstoffe sind bis zu 3,5 % Koffein und Theobromin. Damit liegt der Koffeingehalt der Kolanuss deutlich über dem herkömmlichen Kaffees.
Ausserdem sind enthalten: Catechin, Epicatechin (Flavonoid, neues 'Vitamin'?), Procyanidine (aus Catechinen zusammengesetzt, Di- und Oligomere), Gerbstoffe, bis zu 45 % Stärke, Proteine, Zucker, Fette und Mineralstoffe.

Colablüte

Anwendungsgebiete

Ursprünglich wurden Extrakte der Kolanuss zur Herstellung von Coca-Cola verwendet.
Kolanüsse sind in Westafrika als Genußmittel immernoch geschätzt. Die anfangs bitteren Samen schmecken später süss und geben dann das Coffein frei. Sie werden etwa eine Stunde gekaut und anschliessend ausgespuckt. Für die Herstellung von Erfrischungsgetränken spielt die Kolanuss keine Rolle mehr. Hierfür wird das Coffein benutzt, das bei der Entcoffeinierung von Kaffee anfällt.

  Die Kolanuss entfaltet aufgrund ihres hohen Koffeingehaltes unter anderem stimulierende Wirkung. Im Unterschied zum Koffein im herkömmlichen Kaffee liegt das Koffein in der Kolanuss jedoch gebunden vor und entfaltet deshalb eine andere Wirkungsweise. Die infolge von Kaffeekonsum oft auftretenden Nebenwirkungen wie beispielsweise Herzrasen, Nervosität u. a. treten bei der Kolanuss deshalb nur bedingt auf. Weitere Wirkungsweisen sind eine verdauungsanregende und schmerzstillende Wirkung. Colanuss am Baum
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Links

  Zur Geschichte von Coca Cola  
  Cola (www.coffein.ch)
  Apotheker als Erfinder: Die Geschichte von Coca und Cola & Co  

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