Bis Sertürners Erkenntnisse Beachtung fanden, sollten aber noch einige Jahre vergehen.
Sertürner verliess die Apotheke in Paderborn und war im
Frühjahr 1806 nach Einbeck gekommen. Hier arbeitete er
in der Rats-Apotheke mit, die damals von dem hochbegabten Apotheker
Hink geleitet wurde.
Im Jahre 1809 konnte Sertürner eine eigene Apotheke erwerben. Schnell war ihm das Gebäude der Apotheke (1826 bei
einem grossen Stadtbrand zerstört) für seine Laborexperimente
zu klein, so dass er im Herbst
1813 ein Haus auf dem Einbecker Marktplatz kaufen konnte; dieses fiel später (1832)
ebenfalls einem Brand zum Opfer.
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In Einbeck nahm Sertürner
seine Untersuchungen über das Morphium wieder auf. Er berichtete
darüber u. a.:
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"Um meine früheren Versuche
streng zu prüfen, bewog ich drei Personen, von denen keine
über 17 Jahre alt war, zugleich mit mir Morphium einzunehmen;
gewarnt durch die damaligen Wirkungen, gab ich jedem nur ein halbes
Gran in einer halben Drachme Alkohol aufgelöst, und mit einigen
Unzen destilliertem Wasser verdünnt. Eine allgemeine Röte,
welche sogar in den Augen sichtbar war, überzog das Gesicht,
vorzüglich die Wangen, und die Lebenstätigkeit schien im
Allgemeinen gesteigert (...) Ohne dass wir den vielleicht schon
sehr übeln Erfolg abwarteten, wurde von uns nach einer viertel
Stunde noch ein halbes Gran Morphium als grobes Pulver
unaufgelöst, mit 10 Tropfen Alkohol und einer halben Unze Wasser
verschluckt. Der Erfolg war bei den drei jungen Männern schnell
und im höchsten Grade entschieden. Er zeigt sich durch Schmerz in
der Magengegend, Ermattung und starke an Ohnmacht grenzende
Betäubung. Auch ich hatte dasselbe Schicksal; liegend geriet ich
in einen traumartigen Zustand (...) Nach dieser wirklich höchst
unangenehmen eigenen Erfahrung zu urteilen, wirkt das Morphium schon in
kleinen Gaben als heftiges Gift."
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