by Isabelle Quinter
Home   Archiv

Der Yohimbe-Baum (Pausinystalia yohimba) wächst in den westafrikanischen Tropenwäldern von Kamerun, Kongo, Gabun und Nigeria. Die Rinde wird dort seit alters her als Aphrodisiacum und als Mittel gegen Bluthochdruck verwendet.

Afrikaforscher des 19. Jahrhunderts, die die ersten Proben von Yohimbe-Rinde nach Europa mitbrachten, schauten sich deren Anwendung bei den Einheimischen ab.

Die einheimischen Afrikaner kochten die Rinde ab und nahmen den Sud zur Stärkung des durch Hitze "erschlafften Körpers" ein.

Auch in Einweihungsriten von Jugendlichen und bei Hochzeitszeremonien soll die Rinde eine Rolle gespielt haben.

Der Yohimbebaum hat eine graubraune, rissige Rinde und erreicht eine Höhe von bis zu 30m.

Häufig ist er mit Flechten bewachsen. Seine Blätter sind oval spitz zulaufend. Er hat büschelige Blütenstände aus denen sich geflügelte Samen entwickeln.

Der Yohimbebaum ist in den tropischen Wäldern von Gabun, Kamerun, Kongo und Nigeria beheimatet.

Die Yohimberinde ist eines der wenigen pflanzlichen Aphrodisiaka, die auch von der Schulmedzin anerkannt werden. Das enthaltene Alkaloid Yohimbin erhöht die Durchblutung im Beckenbereich und steigert die Erregbarkeit der Nerven dieser Region.

Ausserdem hat es ähnlich dem Kokain eine lokal anästhesierende Wirkung und kann die Wahrnehmung verändern. Der Blutdruck steigt, ebenso die Herzfrequenz, und es gibt auch eine antidiuretische Wirkung

Nebenwirkungen: Angst, Erregung, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel (orthostatische Regulationsstörungen)

Eine Überdosierung kann zu einer Dauererektion oder bei sehr starker Überdosierung sogar zur Atemlähmung führen.

Bisher gibt es jedoch keine Studien, die zweifelsfrei belegen, dass Yohimbeextrakt eine erektile Dysfunktion (ED) wirklich heilen könnte.

In der Rinde fand man eine ganze Reihe Indolalkaloide, von denen der Hauptwirkstoff Yohimbin ist. Der durchschnittliche Gehalt ist etwa 1.5%.

Das Alkaloid wurde in dieser Pflanze erstmals 1896 von SPIEGEL entdeckt und stellte sich mit dem aus der weissen Quebracho-Rinde isolierten Quebrachin (HESSE 1880) als identisch heraus.
Wirkstoffe vom Typ der Yohimbealkaloide wurden auch in anderen psychoaktiv wirksamen Pflanzen nachgewiesen, so in der Rinde der Schlangenwurzel (Rauwolfia serpentina): Reserpin als Hauptwirkstoff steht chemisch dem Yohimbin nahe.

Die potenzsteigernde Wirkung geht auf den Inhaltsstoff Yohimbin zurück.

Dieser erregt bestimmte Bereiche des Rückenmarks, die mit den Geschlechtsorganen in Verbindung stehen.

Als Gegenspieler α2-Adrenozeptoren der Blutgefässe führt Yohombin zu deren Erweiterung und soll so die Durchblutung der Genitalorgane verbessern.

Klinische Studien, in denen die Wirksamkeit überprüft wurde, zeigten bislang jedoch uneinheitliche Ergebnisse.

Fachleute raten von der Einnahme und inbesondere vor Zubereitungen aus der Rinde ab, da bei zu hoher Dosierung Nebenwirkungen am Herzen bis hin zu tödlichen Vergiftungen auftreten können. Auch sindviele Wechselwirkungen mit andern Medikamenten bekannt.

In der Schweiz wird Yohimbin nur noch in der Tiermedizin verwendet !
(Zur Verkürzung der Narkose bei Pferden, Hunden, Katzen, und als Antiemeticum)

Links

    

Potenzkraft vom Äquator (ausführlicher geschichtlicher Aufsatz über Yohimbe)

Home