
by Isabelle Quinter
| Nach einem beinahe 100 Jahre dauerndem Irrtum ist der Absinthgenuss nun wieder überall erlaubt! Moderne Studien beweisen, dass nicht Thujon, der Inhaltsstoff von Wermut, an den gesundheitsschädigenden Wirkungen des Absinth-Konsums im ausgehenden 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war, sondern die schlechte Alkoholqualität und der sehr hohe Alkoholgehalt! | ||||
Die Schweiz ... Absinth, auch Absinthe oder Wermutspirituose genannt, ist ein alkoholisches Getränk, das traditionell aus Wermut, Anis, Fenchel sowie einer je nach Rezeptur unterschiedlichen Reihe weiterer Kräuter (Melisse, Angelica) hergestellt wird. |
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Allgemeines Bei einer sehr großen Anzahl von Absinthmarken ist die Spirituose von grüner Farbe (Gehalt an Chlorophyll, oft aber auch durch Farbstoffzusatz bedingt). Deswegen wird Absinth gelegentlich auch „die grüne Fee“ (französisch: la Fée Verte) genannt. Der Alkoholgehalt liegt üblicherweise etwa zwischen 45 und 75 Volumen-Prozent und ist demnach dem oberen Bereich der Spirituosen zuzuordnen. Aufgrund der Verwendung bitter schmeckender Kräuter, insbesondere von Wermut, gilt Absinth als Bitterspirituose, obwohl er selbst nicht notwendigerweise bitter schmeckt. |
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![]() Engelswurz |
Inhaltsstoffe Wermut enthält Bitterstoffe und wirkt anregend auf die Verdauung. Alle Bestandteile der Angelicawurzel sind hocharomatisch und haben 'nervenstärkende' Wirkung. Deshalb wird die Wurzel wohl auch in vielen Kräuterbittern und Magenlikören verwendet (zum Beispiel Benediktiner, Boonekamp und Chartreuselikör) |
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![]() Fenchel frisch |
![]() Fenchel verblüht |
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Geschichtliches Absinth wurde ursprünglich im 18. Jahrhundert im Val de Travers im heutigen Kanton Neuchâtel als Heilelixier hergestellt. Große Popularität fand diese Spirituose, die traditionell mit Wasser vermengt getrunken wird, jedoch in der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jahrhundert in Frankreich. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität stand Absinth im Ruf, aufgrund seines Thujon-Gehaltes abhängig zu machen und schwerwiegende gesundheitliche Schäden nach sich zu ziehen. |
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![]() "l'heure verte" |
Bereits um 1860 war die sogenannte „grüne Stunde“, die „heure verte“ im Alltagsleben französischer Metropolen etabliert. Absinthtrinken zwischen 17 bis 19 Uhr galt als chic. Auf den Tischen der Bars und Cafés der Pariser Boulevards standen häufig hohe Wasserbehälter mit mehreren Hähnen. Ein Absinthtrinker platzierte einen der spatelförmigen und gelochten oder geschlitzten Absinthlöffel auf sein Glas und legte darauf ein Stück Zucker. Dann drehte er einen der Hähne des Wasserbehälters auf, wodurch mit etwa einem Tropfen pro Sekunde Wasser auf den Löffel herabzutropfen begann. Jeder Tropfen gezuckerten Wassers, der in das darunter stehende Absinthglas fiel, hinterließ im Absinth eine milchige Spur bis schließlich ein Mischungsverhältnis erreicht war, der dem Getränk insgesamt eine milchig-grünliche Färbung verlieh. |
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| Moderne Studien haben den Verdacht der Schädigung durch Absinthkonsum nicht nachweisen können. Rückblickend wird heute nicht mehr Thujon, sondern der Alkoholgehalt (sowie seine schlechte Qualität) des Absinths als die vorrangige Ursache des im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts verbreiteten Absinthismus und den damit verbundenen Gesundheitsschäden angesehen. 1914 lag die von erwachsenen Franzosen pro Kopf konsumierte reine Alkoholmenge bei jährlich 30 Litern. Im Vergleich dazu führen heute die Iren mit 14,2 Litern reinem Alkohol pro Erwachsenem weltweit die Statistiken des Alkoholkonsums an. Die Symptome des Absinthismus unterscheiden sich nicht wesentlich von denen eines chronischen Alkoholmissbrauchs | ||||
Seit 1998 ist Absinth in den meisten europäischen Staaten wieder erhältlich. Auch in der Schweiz sind seit 2005 die Herstellung und der Verkauf von Absinth wieder erlaubt. |
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